Achtsamkeit im Alltag – Die Beziehung zum gegenwärtigen Augenblick

Es muss nicht immer das sechswöchige Schweige-Retreat im Kloster in den Schweizer Bergen sein. Um zu mehr Klarheit, Präsenz und Entspannung zu kommen, genügen oft auch ganz einfache kleine Übungen, die man jederzeit selbst durchführen und in den Alltag integrieren kann. Dann kann auch der Alltag seine Auszeiten bieten und dadurch bereichert werden.

Wir wollen Ihnen in unserer kleinen Reihe „Achtsamkeit im Alltag“, ganz im Sinne der kommenden ruhigen und besinnlichen Tage, einige Impulse dazu anbieten. Vielleicht spricht Sie ja etwas davon an.

Die erste Übung ist eigentlich nur eine Frage

„Stelle dir möglichst oft die folgende lebenswichtige Frage: Wie ist meine Beziehung zum gegenwärtigen Augenblick? Und dann suche wachsam nach einer Antwort. Ist für mich das Jetzt nichts weiter als ein Mittel zum Zweck? Sehe ich darin ein Hindernis? Mache ich es mir zum Feind?“

Eckhart Tolle, in „Eine neue Erde“

Diese einfache Frage ist sehr kraftvoll. Aus zwei Gründen. Zum einen bin ich in dem Moment, in dem ich mir diese Frage stelle ganz gegenwärtig. Auch dann, wenn ich merke, dass ich mich eigentlich momentan innerlich gegen den jetzigen Augenblick wehre. Und auch dann, wenn ich merke, dass ich den jetzigen Augenblick eigentlich nur nutze, um später einen angenehmeren Augenblick zu bekommen. Bereits die Frage an sich bringt mich also dazu, im sprichwörtlichen „Hier und Jetzt“ zu sein.

Zum anderen kann sie, immer wieder gestellt, auch dazu beitragen, dass ich eine andere Haltung zum Augenblick, letztlich eine andere Haltung zum Leben entwickle. Wenn ich den inneren Widerstand gegen das, was geschieht, – was sich in dem Moment, in dem ich es wahrnehme, ja immer schon als Geschehenes zeigt – mehr und mehr aufgeben kann, dann hat das eine sehr befreiende Wirkung. Dann kann daraus Gelassenheit und Glück erwachsen.

Den gegenwärtigen Augenblick anzunehmen und damit im Einklang mit dem zu leben, was ist, wird oft mit Gleichgültigkeit verwechselt. Es geht jedoch nicht darum, alles gut zu finden oder leidenschaftslos und stumpf zu werden. Es geht einzig und allein darum, den jetzigen Moment ganz wahrzunehmen, sich im hinzugeben – auch dann, wenn er schmerzhaft oder unangenehm ist – und aus diesem Erleben heraus, bewusst zu handeln.

An diese Frage habe ich mich anfangs mit einem Klebezettel an einem Ort, an dem ich öfters bin, erinnert. Mittlerweile kommt sie mir immer wieder ganz unvorhergesehen und unmittelbar in den Sinn und hilft mir dabei, den Fokus wieder auf das Wesentliche zu lenken: Den jetzigen Augenblick.

Nehmen Sie doch in den nächsten Minuten Zeit für diese Frage und kauen Sie ein wenig darauf herum:

  • Wie fühlt sich diese Frage an? 
  • Welche Antworten fallen Ihnen ein?
  • Gibt es Impulse? Wenn ja welche? 
  • Bleiben Sie einfach im Moment und genießen Sie den Augenblick! 

Ähnliche Übungen können Sie auch in unserem Seminar „Auszeit: Kraft für Neues schöpfen“ kennenlernen und ausprobieren.

26. Dezember 2018

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